6. Steuerung & Betriebsmodi

Der ASKOHEAT+ / + 2.0 kann flexibel an unterschiedliche Systeme und Anwendungsfälle angepasst werden. Je nach vorhandener Infrastruktur und gewünschtem Automatisierungsgrad stehen mehrere Betriebsarten zur Verfügung.

Die fünf Hauptmodi unterscheiden sich hinsichtlich:

  • der Art der Steuerung
  • der Zuständigkeit für die Regelung
  • der Einbindung in ein Energiemanagementsystem

Überblick der Betriebsarten

  • Stand-Alone Betrieb
    Autarker Betrieb nach intern hinterlegten Parametern und Sensorwerten. Es ist keine externe Steuerung erforderlich. Eine dynamische Regelung ist hierbei nicht möglich.

  • Master Mode / PtH
    Der ASKOHEAT+ / + 2.0 agiert als Master und kann selbstständig einen angeschlossenen Slave abfragen, z. B. ein Smart Meter.

  • Slave Mode
    Der ASKOHEAT+ / + 2.0 wird vollständig von einem externen Master (z. B. Loxone, Smartfox, Home Assistant oder einem HEMS) gesteuert und führt keine eigenen Regelungen mehr aus.

  • REST API
    Zusätzlich kann der ASKOHEAT+ / + 2.0 über eine lokale REST-API angesprochen werden. Externe Systeme senden JSON-Befehle per HTTP, um Parameter auszulesen oder direkt zu steuern – ideal für individuelle Smart-Home-Integrationen.

  • Analogeingang (0–10 V)
    Ermöglicht eine stufenlose Leistungssteuerung über externe Systeme. Die Zuordnung von Spannung zu Heizleistung erfolgt linear.


6.1 Stand-Alone Betrieb

Im Stand-Alone-Modus kann der ASKOHEAT+ / + 2.0 auf mehrere Arten angesteuert werden:

  • Steuerung über die Wärmepumpenanforderung (Freigabe-Signal)
    Viele Wärmepumpen verfügen über ein Freigabe-Relais, das bei Warmwasserbedarf ein Schaltsignal ausgibt. Der ASKOHEAT+ / + 2.0 kann dieses Signal über den Steuereingang auswerten.

  • Minimaltemperatur
    Verhindert, dass die Speichertemperatur unter einen definierten Mindestwert fällt, z. B. zum Frostschutz oder zur Sicherstellung der Grundversorgung mit Warmwasser.

  • Niedertarif- (Low-Tariff-) Steuerung
    Ermöglicht das gezielte Heizen innerhalb eines frei definierbaren Zeitfensters.

💡 Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Zusatzprogramme.


6.2 Master Mode

Load Feed-in, Load Setpoint & Heater Step

Der ASKOHEAT+ / + 2.0 kann über drei externe Steuerkanäle Energiewerte erhalten, um den Heizvorgang zu aktivieren.


Load Feed-in (Einspeisungsregelung)

Der Load-Feed-in-Modus ermöglicht eine überschussbasierte Steuerung, bei der die Einspeisung ins Netz als Regelgröße genutzt wird.

Sobald überschüssige Energie erkannt wird, passt der ASKOHEAT+ / + 2.0 seine Leistungsstufen dynamisch an und schaltet die nächsthöhere Stufe hinzu.

Um häufiges Schalten der Relais zu vermeiden und eine stabile Regelung zu gewährleisten, wird eine minimale Einspeisung von ≥ 50 W als Reserve berücksichtigt. Diese gleicht Produktionstoleranzen der Heizelemente aus und verhindert ein permanentes Ein- und Ausschalten an der Schwellgrenze.

LoadFeed-In%28Einspeiseregelung%29


Load Setpoint (Leistungsregelung anhand eines festen Wertes)

Mit dem Load Setpoint wird der ASKOHEAT+ / + 2.0 auf eine feste Leistungsaufnahme geregelt. Anstelle der Einspeisung arbeitet das Gerät auf eine definierte Leistungsvorgabe hin.

Dieser Modus eignet sich besonders für:

  • industrielle Netze
  • Systeme mit fest integrierten Leistungsstufen
  • externe Steuerungssoftware mit direkter Leistungsregelung


Heater Step (Stufenbetrieb)

Im Heater-Step-Modus erfolgt die Steuerung über vordefinierte Leistungsstufen, die abhängig von den Netzbedingungen geschaltet werden.

Der ASKOHEAT+ / + 2.0 arbeitet dabei in festen Stufen
(z. B. Stufe 1 = 800 W, Stufe 2 = 1,6 kW usw.), anstatt stufenlos geregelt zu werden.


6.3 Slave Mode

Im Slave-Modus verhält sich der ASKOHEAT+ / + 2.0 vollständig passiv und übernimmt keine eigene Regelung mehr.

Er agiert als reiner Empfänger von Steuerbefehlen eines übergeordneten Systems (z. B. Energiemanager oder Automatisierungssystem).

Externe Vorgaben umfassen unter anderem:

  • Ein / Aus
  • Leistungsstufen
  • Solltemperaturen

Diese Befehle werden direkt umgesetzt. Interne Parameter wie Temperaturgrenzen oder Hysterese bleiben bestehen, greifen jedoch nicht aktiv in die Regelung ein.


6.4 REST API

Alternativ kann der ASKOHEAT+ / + 2.0 über eine offene REST-API angesteuert werden.

Ein externes System (z. B. Energiemanager, Home Assistant oder individuelle Steuerung) kommuniziert dabei direkt über das lokale Netzwerk mit dem Gerät.

  • Kommunikation über HTTP (GET / PUT)
  • Datenformat: JSON
  • Zugriff auf Status- und Steuerparameter

6.5 Analogeingang (0–10 V)

Der analoge Eingang ermöglicht die Ansteuerung des ASKOHEAT+ / + 2.0 über eine externe Spannung im Bereich von 0 bis 10 Volt.

Diese Betriebsart eignet sich besonders für industrielle Systeme ohne Modbus- oder Netzwerkschnittstelle, die jedoch analoge Steuersignale bereitstellen.

Die Hysterese bestimmt, wie empfindlich der ASKOHEAT+ / + 2.0 auf Spannungsschwankungen reagiert.

Einstellungen_Pic-11_Analogeingang


6.6 Modbus-Kommunikation

Der ASKOHEAT+ / + 2.0 unterstützt die Kommunikation über Modbus – ein weit verbreitetes Industrieprotokoll zur Steuerung und Abfrage von Geräten.

Unterstützte Varianten:

  • Modbus TCP (Ethernet-basiert)
  • Modbus RTU (RS485-basiert)


Grundprinzip der Modbus - Kommunikation (Master / Slave)

Der Master fragt aktiv Daten beim Slave ab und empfängt Antworten. Der Datenfluss ist unidirektional – der Slave sendet Daten ausschließlich als Antwort auf eine Anfrage.

Die Kommunikation erfolgt über vordefinierte Register, in denen Werte wie:

  • Temperaturen
  • Leistungsaufnahme
  • Betriebsstatus
    gespeichert sind.


Modbus RTU (RS485) – Serielle Kommunikation

Bei Modbus RTU erfolgt die Übertragung über eine zweiadrige RS485-Busleitung (A/B-Leitung) mit differenziellem Signal.

  • Bus-Topologie (Reihenschaltung)
  • Eindeutige Slave-Adresse pro Gerät
  • Broadcast-Anfragen möglich

Wichtige Voraussetzungen:

  • korrekte Terminierung der Leitungen
  • eindeutige Slave-Adresse
  • identische Baudrate, Parität und Stoppbits
  • nur ein Master pro RS485-Bus


Modbus TCP – Ethernet-basierte Kommunikation

Modbus TCP nutzt dasselbe Protokollprinzip wie Modbus RTU, jedoch über ein Ethernet-Netzwerk.

  • Adressierung über IP-Adressen
  • Stern-Topologie mit Switch oder Router

Modbus Verkabelung und Wirkweise

Modbus RTU (RS485) Modbus TCP (IP)
Verkablung_Modbus_RTU Verkablung_Modbus_TCP
Beispiel:
ASKOHEAT+/+ 2.0 (Master) fragt 3 verschiedene Energiezähler ab.
Beispiel:
ASKOHEAT+/+ 2.0 (Master) fragt Huawei Wechselrichter (Slave) ab.